6. NVKH

Am 30.1.2020 fand im VKU Forum in Berlin die 6. Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs statt, die dieses Mal unter dem Motto „Weiterentwicklung des Hautkrebs- Screenings“ stand.

Für uns ein ganz besonderes Ereignis denn Katharina durfte auf der Konferenz moderieren.

Katharina Kaminski mit Dr. Klaus Strömer, Präsident BVDD, Foto: Astrid Doppler
Was ist überhaupt die NVKH?

Seit kurzem ist die NVKH ein eingetragener Verein, sie versteht sich als Pilotprojekt zur Weiterentwicklung des Nationalen Krebsplans. Weiters ist sie ein Netzwerk aus Dermatologen, Nicht- Dermatologen, Fachgesellschaften, Patientenvertretern, Entscheidungsträgern, Industrievertretern und verschiedenen weiteren Akteuren des Gesundheitswesens. Die NVKH hat das Ziel, die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern, durch interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen, mit Hautkrebs befassten Fachdisziplinen.

Da sich die diesjährige Konferenz näher mit dem Hautkrebs- Screening beschäftigte, beleuchteten verschiedene Vorträge den Ist- Zustand und gaben Ausblick auf eine mögliche Zukunft.

Klar wurde, dass man zu möglichen Auswirkungen des Screenings nicht viel sagen kann, da es leider keine verlässliche Dokumentation gibt.

Qualität des Hautkrebs- Screenings

1.) Wichtig für die Qualität der gesamten Maßnahme ist:

  • Rekrutierung (wie erfahren Menschen vom Hautkrebsscreening?)
  • Anamnese (fragt der Arzt nach medizinisch relevanten Ereignissen in der Vorgeschichte?)
  • Durchführung der Untersuchung mit Befundmitteilung

2.) eine qualitätsgesicherte Schulung der Ärzt*innen über ein Fortbildungsprogramm

3.) eine systematische Datendokumentation und verlässliche Meldung an das Krebsregister

4.) Die Evaluation (Auswertung)

In seinem Vortrag erwähnte Prof. Breitbart, dass die ADP (Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention) bei einer stichprobenartigen Erhebung durch Selbsthilfegruppen aus 2017 folgendes zeigte:

  • schwierige Terminfindung für das kostenlose Hautkrebssreening
  • 56% wurden nicht informiert, wie man sich selbst untersucht
  • mehr als ein Viertel der Befragten erhielt keine ausreichenden Informationen zur Vermeidung von UV- Strahlung
  • bei gut 40% wurde der Ano- Genitalbereich nicht untersucht
  • bei knapp unter 30% wurden Kopfhaut und Körperfalten nicht untersucht

Man kann festhalten, dass die Qualität der Untersuchung stark schwankt.

Wie kann man das Screening in Zukunft verbessern?

Man war sich einig, dass insgesamt die Qualität der Ganzkörperuntersuchung steigen muss, die Beratung zur Prävention (wie geht man mit UV- Strahlung um, wie geht eine Selbstuntersuchung,..) sollte standardisiert werden, man könnte zur zeitlichen Entlastung der Ärzte hier das Praxispersonal stärker einbinden und schulen und die Umsetzung sollte patientenorientiert sein.Um mehr Menschen als bisher zu erreichen, ist ein organisiertes Screening- Programm wünschenswert, bei dem Versicherte von ihren Kassen eine Einladung erhalten. Auch der Einsatz von technischen Neuerungen sollte bald Einzug halten in die Praxis, wie z.B. der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Hautkrebserkennung.

Sicht einer Patientin

Für uns war der Vortrag von Stefanie von der Hellen ein besonderes Highlight, denn sie erzählte aus der Sicht von Patienten, wie man das Hautkrebsscreening erlebt und wo es Verbesserungsmöglichkeiten gäbe.

Stefanie war selbst erst 26 Jahre alt, als sie die Diagnose Melanom erhielt und so ist ihr Vorschlag, das Screening nicht erst ab 35 Jahre kostenlos anzubieten, nicht verwunderlich. Ebenso merkte sie an, wie schwierig es ist, einen Termin dafür zu erhalten, dass viele Ärzte sehr ungenau untersuchen (einmal bis auf die Unterwäsche ausziehen und im Kreis drehen). Sie forderte, dass generell mehr Werbung für das Screening gemacht werden soll, um mehr Menschen zu erreichen.

Stefanie von der Hellen und Dr. Dirk Schadendorf in der Podiumsdiskussion, Bild: A.Doppler
Dermatoskop bald Kassenleistung

In der Podiumsdiskussion wurde angeregt miteinander diskutiert und es kam der Vorschlag von Patientenseite, dass doch bitte eine spezielle Lupe (Dermatoskop) verwendet werden solle, um die Genauigkeit der Untersuchung zu erhöhen.

Dies war bisher nicht Teil des gesetzlichen Hautkrebsscreenings und musste von Patienten/ Teilnehmern selbst bezahlt werden.

Prof. Dr. Schadendorf stellte in Aussicht, dass sich dies im April diesen Jahres ändern werde. Endlich werden die Krankenkassen die Auflichtmikroskopie für alle gesetzlich Versicherten in die Gebührenordnung aufnehmen.

Somit wird die Verwendung des Dermatoskops voraussichtlich ab April Kassenleistung!

Darüber freuen wir uns ganz besonders!

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